Sektion Brandis

Schweizer Alpen-Club SAC

Sie sind hier

21.05.2017 Wanderung Wildwasserweg Gürbe (Sektion)

Leitung: Hans-Peter Lanz

Teilnehmer/Innen: Susanne und Werner Glanzmann, Kathrin Glauser, Beat Burkhalter, Margaretha Leuenberger, Fritz Flückiger

Pünktlich trafen die 6 angemeldeten Teilnehmer in Wattenwil Haltstelle Bären ein. Nach dem Besuch der Gartenwirtschaft vom Cafè 44 starteten wir nach ein paar Infos zur Wanderung. An der Gürbe entlang erreichten wir die  Holzbrücke bei der  Forstsäge, wo wir etwas oberhalb dieser den Schwemmholz und Geschieberückhalt mit Tauchwand besichtigten. Dieser wurde nach dem Jahrhunderthochwasser vom 29.07.1990 im Jahr 1993 erbaut.

Damals entlud sich im Quellgebiet der Gürbe ein Gewitter mit Hagelschlag von 500 mm sowie 300 mm Regen pro Quadratmeter. Die Wassermassen von 200-250 Kubikmeter pro Sekunde rissen die alten Sperren im Oberlauf der Gürbe weg. Bis dahin wurde mit 70 Kubikmeter pro Sekunde als angenommenes Hochwasser gerechnet. Die enormen Wassermengen mit Geschiebe, ja ganze Bäume so wie die alte Forstsägebrücke  (Holzbrücke mit Dach) wurden mitgerissen. Die weiteren Brückendurchlässe Talabwärts wurden verstopft, was zu grossen Ueberschwemmungen im Gürbetal führte. Die Gürbetalbahn, Bern-Thun verkehrte zwei Wochen nicht mehr, auch diverse Strassenabschnitte und Brücken waren für Tage unpassierbar. Die Schadensumme des damaligen Unwetters betrug 40 Millionen Franken.     

Auf unserem Weiterweg erreichten wir die neue Blumensteinbrücke, erbaut 2005. Mit einer Durchlassbreite von 25 m und einer Lichthöhe von 5,75 m konnte ein Nadelöhr zwischen dem oberen Gürbelauf Hohli und der Ausschütte hinter der Forstsäge, mit doppelter Durchflusskapazität entschärft werden. Neuer Hochwasserschutzausbau der Gürbe 160-200 Kubikmeter pro Sekunde. Kostenpunkt Insgesamt 16,5 Millionen Franken.

Ab der Brücke den zahlreichen neuen Sperren entlang, erreichten wir nun das in den letzten drei Jahren wieder Instand gestellte ehemalige Gürbewägli. Den mächtigen Betonsperren im Oberlauf der Gürbe entlang, auch eine wieder restaurierte Bergamaskersperre aus Natursteinblöken erbaut,  konnte besichtigt werden. Nach dem  Znünihalt in dem aus Rundholz errichteten Rasthüttli, erreichten wir die letzte der total 100 Sperren unterhalb  vom Risselbruch. Hier querten wir nun den Schwändlibachgraben so wie das Gürbebachbett weglos, um weiter gegen die Alp Unterwirtneren zu gelangen. Auf einem schön angelegten alten Alpweg gelangten wir an den Beginn vom  Bergwald, weiter nun über einen steilen Waldweg hinauf erreichten wir den Grat der Alp Langenegg.

Ab hier kurz einer Pfadspur abwärts folgend, kamen wir auf die Alpweide vom Langeneggrain . Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick über das Tal der Alp Langenegg. Auch der Thunersee mit seiner Landschaftlich schönen Umgebung ist ab hier gut sichtbar. Wieder zurück im Wald, folgten wir nun Bergauf dem schmalen Gratpfad und erreichten so das Bänklein der Wirtnerenchilchen Pt. 1594 m ü M. Hier machten wir unsere Mittagspause, und genossen zusammen ein Apéro gespendet vom Tourenleiter anlässlich seines vor kurzem erreichten 60.Geburtstags. 

Beim kurzen Abstieg vorbei an schönen Enzianen und weiteren Bergfrühlingsblumen zur Alp Oberwirtneren zeigte sich auch die Sonne wieder zunehmend. Auf dem Alpweg vorbei am Gürbewasserfall erreichten wir die Wasserscheide. Im Hotel-Restaurant Gurnigelberghaus ergänzten wir noch einmal unseren Flüssikeitsverlust vor der Heimreise. Mit dem Postauto gelangten  wir wieder  zurück  ins Gürbental nach Thurnen- Bahnhof. Mit der Eisenbahn reisten wir weiter von unserer schönen und interessanten Wanderung nach Hause zurück.

Besten Dank an alle für die Teilnahme an der Wanderung, so wie für die gute Kameradschaft.

Hans-Peter Lanz